Völker - Jeóhalla

*Leben ist Existenz, doch Existenz ist nicht gleich Leben!*
Ályss, Herrin der Schatten

Jeóhalla

Reitet man in die Westlichen Wüsten Mocénurs, so ist es fast schon vorgeschrieben, von einer Bande des gefährlichsten Reitervolkes der Lym überfallen zu werden: Den Jeóhalla. Wenn man am Horizont eine Staubwolke aufkommen sieht und der Boden vibriert, so ist es meist kein Wirbelsturm, auch nicht der Zorn der Telarill, sondern die Jeóhalla auf ihren Tieren. Durch hellen, dichten Stoff geschützt rasen sie in dem von ihren Tieren aufgewirbelten Sand daher, die Fremden umzingelnd und verlangen den gesamten Besitz ihrer Opfer.
Doch der Kodex der Wüste gilt zu Teilen auch für sie: Alles was sie den Fremden lassen, ist Wasser für zwei Tage. Mehr nicht.
Gegen die auffällig kleinen Jeóhalla zu kämpfen, ist jedoch nutzlos und endet normalerweise mit dem Tod des Fremden, denn die Jeóhalla sind für ihre guten Waffen bekannt und gefürchtet, und ihre geringe Körpergröße verleiht ihnen Gewandheit und Geschick, die den Gegner sehr erstaunen dürfte, sofern er sie nicht schon kennt oder eine Verschwörung gegen seine Mitreisenden geplant hat.
Die berühmten Waffen dieses Volkes verdienen einer näheren Betrachtung: Sie sind, was man bei einem Reitervolk nicht gerade erwarten würde, selbst geschmiedet!
So seltsam dies auch ist, es ist wahr. Denn das Reitervolk, welches man in der trockensten Wüste anzutreffen pflegt, macht nur einen kleinen Teil aller Jeóhalla aus. Die meisten anderen verbringen ihre Zeit in unbefestigten Dörfern am Rande der Wüste, nahe dem teilenden Gebirge, oder den Wäldern desselben, denn dort finden sie alles, um ihre berüchtigten Waffen herzustellen. Doch auch Schwangere warten dort die Zeit ab, Alte und Verletzte haben hier Ruhe und Kinder wachsen behütet auf.
Was die Jeóhalla nicht selbst herstellen können, das stehlen sie Fremden oder erhandeln es, denn eine Legende besagt, das dieses Reitervolk das einzige sei, welches je mit den Ashalưn Kontakt habe, und mit ihnen, so heißt es, handeln sie!
Ob man dies glaubt oder nicht bleibt jedem selbst überlassen, doch diese Legende wird einem immer wieder begegnen...

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