Legenden

*Wenn die Schatten weichen und die Nacht stirbt...*
Sprichwort, Bel-Thinill & Amandúr

Dól & Arrán

Einst regierte in Beranolis ein König namens Doraq.
Dieser fand in jungen Jahren unter mysteriösen Umständen ein Kind, welches er in der alten Spache Dól nannte. Das Mädchen wuchs auf und ward schön, so schön das ein jeder sie verehrte, doch sie wies jeden Werber ab, einige starben daraufhin sogar eines tragischen Selbstmordes.
Ihr Vater wusste sich nicht mehr zu helfen und rief schließlich den Sohn des Herrschers des weit entfernten Reiches Astáles zu sich, welcher in seiner Heimat sehr begehrt war.
Sein Plan ging jedoch nicht gänzlich auf: Dól verweigerte sich aus Stolz auch ihm, Dreónan, der sich jedoch in Dól verliebte.
So verließ Dreónan Beranolis, blind vor Trauer, und zog in den Ländern umher, große Taten vollbringend wurde er schließlich sehr berühmt. Und Dól sah, das mit der Zeit die Liebe zu diesem Königssohne in ihr gewachsen war wie eine zarte Blüte...
So folgte sie ihm. Ihr gesamtes Leben brachte sie mit der Suche nach Dreónan zu, und gelangte so an den Illiralis, einen heiligen Berg in Mocénur, wo sie schließlich ihre Suche aufgab.
Eines Abends jedoch stand er plötzlich vor ihr! Niemand, auch Dól nicht, erfuhr je wie er sie dort fand, doch in diesem Moment bat er sie erneut um ihre Hand.
Doch die Zeit hatte ihre Spuren hinterlassen. Dól war verbittert geworden, und Leichen hatten ihren Weg gesäumt, Häme zeichnete ihre eingefallenen Augen und all das Leid brach gewaltsam hervor, als er dort stand und sie fragte, sodass Dól ihn voll Verachtung und Hass abwies.
Dreónan stürzte sich daraufhin in sein Schwert, denn sein Leben hatte keinen Sinn mehr. Dól jedoch erkannte in eben jenem Augenblick, das sie mit dieser Antwort sich selbst zerstörte. So nahm sie sein Schwert, überschritt die heilige Grenze des Berges Illiralis und setzte ihrem Leben ein Ende.
Die Götter bestraften sie hart für die Verfehlungen ihres Lebens, sehr hart: Denn seit Dól die heilige Grenze überschritt wird sie ewig wiedergeboren, niemals Ruhe findend, niemals Frieden.
Dól lebt.

Arrán war eine jüngere Verwandte Dóls, zur Herrscherin bestimmt, doch sie war unbändig und wild.
mit jungen sechzehn Menél ward sie zur Herrscherin erhoben, trotz eines angeblichen unehelichen Sohnes und vieler Fehler die sie machte.
Doch Arrán war nicht zur Herrscherin geboren, und bald ward sie verrückt, denn die Gefangenschaft in den höfischen Sitten und Etiketten waren ihr zuwider, das Regieren eine zu große Aufgabe. Sie zerbrach daran.
So verschwand sie mit ihren sechzehn Menél in den Sümpfen, und ward nie wieder gesehen.

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