Legenden

*Wenn die Schatten weichen und die Nacht stirbt...*
Sprichwort, Bel-Thinill & Amandúr

Mina Tar/Selenth

Als die erste, sternförmige, Lym zerstört wurde, da überstand nur ein winziger Fleck Erde die schrecklichen Telarkriege.
Dieses Stück alter Lym ward auf der neuen wieder verwendet - als Insel ziert es nun das weite, endlos scheinende Meer im tiefsten Süden Amandúrs.
Die Insel, Mina-Tar oder Verlorene Erde genannt, ist von wunderschönem, feinfarbigem Nebel umgürtet, der sie dem Auge und den Sinnen entzieht, sie unerreichbar macht. Denn jeder, der sie zu erreichen suchte, sah den Nebel und kehrte unverrichteter Dinge wieder heim.
Trotzdem breitete sich mit der Zeit die Legende von Selenth immer weiter aus, nach der auf eben jener unerreichbaren Insel eine einzige, wunderschöne Stadt liege: Selenth
Doch Selenth sei nicht nur eine wunderschöne Stadt, deren schlanke, fremdartige Schiffe an Gewandheit jede anderen der Lym übertreffen, sondern auch eine Stadt des ewigen Wissens.
Angeblich liegen dort die Lhanne, und das Sevèl amew-vícâ soll in Achán, Stein, gehauen auf dem riesigen runden Platz in der Stadtmitte stehen, die Priester und Priesterinnen sind hoch geachtete Leute, jeder ärmste Bewohner Selenths weiß so viel wie hierzulande nur die Barden und Hohepriester und all dies erschimmert im Lichte der alten Lym.
Manch einer will eines der schlanken Schiffe gesehen haben, wie es vor einer neugierigen Menschenmasse im Hafen anlegte, ruhig und sanft gleitend. Und auch wie ein hochgewachsenes, fremdes Wesen das Schiff verließ, sahen viele, in schwarze, fließende Gewänder gehüllt, die den kahlen Kopf weiß erscheinen lassen.
Keinerlei Schmuck trügen sie, so sagt man, und seien sehr scheu und schnell entschwunden.
Wenige Stunden später jedoch verlässt das Schiff den Hafen wieder und gleitet lautlos zurück nach Selenth...

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